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Warum wir keine Mineralwolle verarbeiten

Auch wenn sie immer schon verarbeitet wurde, wir entschieden uns in Ihrem Sinne, die Finger von diesem Baustoff zu lassen

Da der Wunsch mit Mineralwolle zu dämmen immer wieder an uns herangetragen wird, wollen wir die Gründe darlegen, warum wir uns derart sträuben.

Mineralwolle ist der klassische Dämmstoff, den jeder schon gesehen hat, sei es in großen Bergen vor irgendwelchen Baustellen, sei es im eigenen Dachboden, weil der Baumarkt ihn empfohlen hat…
Warum nun bauen wir stattdessen Zellulosedämmung ein:
Grundsätzlich unterscheiden sich Dämmstoffe durch ihre Produktion und ihre Funktionsweise:
Produktion:
In der Produktion wird eine bestimmte Menge Energie und Rohstoff eingesetzt, um den Dämmstoff herzustellen.
- Mineralwolle: Sie besteht aus Glas oder Basaltgestein, das unter hoher Temperatur zu Fäden verarbeitet wird, diese Fäden werden mit Kunstharzen gebunden. So entstehen die bekannten Matten. Der Energieaufwand ist hoch - in der Literatur wird er mit dem Faktor vier gegenüber der Zellulose angegeben.
- Zellulose Sie besteht aus zurückgegebenen Zeitungen, die zerkleinert - und denen Borsalze für die Feuerwiderständigkeit zugegeben werden. Erhätlich als Matte oder Flocke zum Einblasen, wir verwenden die Flocke
Funktion:
Da die Dämmung unser ganzes Haus umhüllt, soll sie bitte auch alle Einflüsse von außen, die wir nicht im Haus haben wollen, fernhalten: Das sind Kälte (also die Wärme im Haus halten), Wärme und Schall. Sie soll außerdem über lange Zeit funktionieren und im Schadensfall helfen.
- Kälte: Hier unterscheiden wir die Dämmstoffe durch ihre Wärmeleitfähigkeit. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit, desto wärmer bleibt es im Haus. Da der Wärmeverlust auch durch die Stärke des Dämmstoffes bestimmt wird, kann jede gewünschte Dämmwirkung mit jedem Dämmstoff erreicht werden, die Schichtdicke unterscheidet sich dann. Bei Kälte dämmt Mineralwolle besser als Zellulose; letztere müsste also für die gleiche Dämmwirkung in größerer Schichtdicke eingebaut werden.

- Wärme: Hier unterscheiden sich die Dämmstoffe durch ihre Wärmespeicherfähigkeit. Je größer diese ist, desto länger dauert es, bis die draußen herrschende Temperatur auch drinnen ankommt. Hier ist die Zellulose deutlich im Vorteil. Die Zeiten unterscheiden sich um den Faktor 4 – 6. Erreichen wollen wir, daß die Wärme erst dann im Innenbereich ankommt, wenn es draußen wieder kälter wird. Bei sommerlichen Temperaturen wird es unter der Mineralwolle bereits Mittags warm, bei Zellulose können wir diesen Zeitpunkt bis in die Abendstunden verzögern.

- Schall: Hier unterscheiden sich die Dämmstoffe durch ihre Masse und Schallübertragung. Durch ihre höhere Masse sorgt die Zellulose für einen besseren Schallschutz. Bei einem Einfamilienhaus im Wald zugegebenermaßen kein Grund, leider ist eine Strasse in der Nähe eher die Regel.

Schadensfall:

- Feuer: Mineralwolle ist nicht brennbar und läßt so vermuten, daß sie im Brandfall Vorteile hat. Allerdings schmilzt sie im Brandfall zusammen und bietet so dem Feuer keinen Widerstand mehr. Die dem Feuer abgewandte Seite einer Wand/Dachfläche erhitzt sich deutlich schneller, auch über die Entzündungstemperatur von Möbeln, Papier etc hinaus. Zellulose ist ein brennbarer Baustoff, allerdings brennt er nicht lichterloh, sondern glimmt vor sich hin. Das gibt Zeit zu löschen, Dinge und Menschen in Sicherheit zu bringen…

- Wasser von außen: Dämmung verliert ihre Dämmeigenschaft durch Feuchtigkeit in unterschiedlichem Maße. Mineralwolle dämmt nicht mehr und transportiert Feuchtigkeit nicht, sondern saugt sie auf wie ein Schwamm. Sie muss ausgetauscht werden.
Zellulose kann ein gewisses Maß an Feuchtigkeit aufnehmen ohne ihre Dämmfähigkeit zu verlieren, nass dämmt auch sie nicht mehr und muss ebenso ausgetauscht werden. Ist sie nur feucht geworden, trocknet sie auch wieder, ohne ihre Dämmfähigkeit verloren zu haben.

- Wasser von Innen: Warme feuchte Luft, wie sie in Wohnräumen vorhanden ist, drängt im Winter nach außen. Findet sie ihren Weg in die Dämmung, so wird sie da kondensieren. Mineralwolle kann diese Feuchtigkeit nicht weiter transportieren, sie verbleibt in der Dämmung und kann im schlimmsten Fall Schaden anrichten: Sie verliert ihre Dämmfähigkeit und sorgt so für kalte Stellen an den Außenflächen (Kondensfeuchtigkeit auch innen: Schimmel). Sie kann durch die Feuchtigkeit im Kontakt mit Sparren etc, dort Holzfeuchten verursachen, die Pilze aufleben lassen. Zellulose kann Feuchtigkeit transportieren, gibt sie also nach außen/innen wieder ab. Sie verliert ihre Dämmfähigkeit nicht so schnell. Und sollte so viel Feuchtigkeit entstehen, daß auch die Hölzer feucht werden, so sorgt der Zusatzstoff Borsalz, der eigentlich für den Brandfall zugegeben wurde, für das Absterben etwaiger Pilze.

- Unerwünschte Mitbewohner: Vor allen anderen sind Marder in unseren Häusern nicht gern gesehen. Mineralwolle ist aber ein Dämmstoff, der diese Tiere zum Toben zu animieren scheint, auch als Material zum Nestbau scheint es gut zu taugen. Die Salze in der Zellulose sind hygroskopisch, wie alle Salze, sie trocknen auch die Tiere aus, weswegen sie sich nicht gerne in dieser Dämmung aufhalten.
Der höhere Energieaufwand bei der Herstellung des Baustoffes, die kunststoffanteile und nicht nachwachsenden Rohstoffe, die schlechteren bauphysikalischen Eigenschaften und ihr Ende als Sondermüll führen dazu, daß wir diesen Baustoff nicht mehr verarbeiten wollen.

Ach ja, der Preis: Da man Äpfel nicht mit Birnen…Mineralwolle und Zellulose Einblasdämmung kosten je Zentimeter Dämmung gleich. Allerdings dämmt die Mineralwolle im Sinne der Energieeinsparung im Winter je Zentimeter Dämmung etwas besser. Und in manchen Fällen ist der Aufbau der Zellulose Dämmung, z.B. im Dach etwas aufwendiger – und damit teurer. Dieser Aufwand führt aber auch zu den oben erwähnten positiven Eigenschaften.

Grundsätzlich versuchen wir zu bauen, als wäre es für uns selbst, und für uns selbst käme Mineralwolle nicht in Frage.
Wir hoffen, hiermit Gründe geliefert zu haben, die wir gerne in weiteren Gesprächen darlegen wollen.
Zimmerei Willers

Zimmerei Willers GmbH
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